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DUV Challenge 3. und 4.10.2020

Rundenweise Rekorde in Bernau

Platz 2 in der Teamwertung v.l. M. Vanicek, St. Thoms, J. Stutzke

Wie so viele Sportveranstaltungen im Laufe des Jahres 2020 fielen auch die Deutschen Meisterschaften im Ultralauf in allen Disziplinen der Coronawelle zum Opfer. Dies wollte Jörg Stutzke aber nicht widerspruchs- und tatenlos hinnehmen und hat mit extrem kurzer Vorlaufzeit einen würdigen Ersatz mit der 24-h-Challenge der DUV (Deutsche Ultramarathon Vereinigung) in Bernau organisiert.
Allein schon die Starterliste versprach einen hochklassigen Wettkampf, waren doch mehrere amtierende und ehemalige Deutsche Meister am Start - und der Wettkampf hat dieses Versprechen auch voll eingelöst.

Gelaufen wurden dabei nicht nur die 24-h - ein Wettkampf, bei dem die Läufer genau 1 Tag Zeit haben und versuchen müssen, so viele Kilometer wie möglich per Fuß hinter sich zu bringen - sondern im Rahmen dieses Wettkampfes (mit anderem Starterfeld) auch ein 6-h-, ein 12-h und ein 100-km-Lauf. Insofern hatten die rund 60 Helfer - die speziellen Maßnahmen gemäß des Hygienekonzeptes machten noch mehr von ihnen notwendig als sonst schon bei solchen Wettkämpfen üblich - alle Hände voll zu tun.
Aber sie und die wie gewohnt sehr gute, akribische Planung des Wettkampfs im Vorfeld durch Jörg machten die Veranstaltung zu einem großen Erfolg. Beim 6-h-Lauf, der zeitgleich mit dem 24er startete und als erster Wettkampf zu Ende war, erzielte Felix Weber aus Braunschweig mit persönlicher Bestleistung von 87,299 Kilometern den Sieg. Er lief somit die ganze Zeit im Durchschnitt mehr als 14,5 km/h! Bei den Damen holte sich Susanne Gölz von der LG Ultralauf den Sieg mit ebenfalls sehr guten 74,887 km.
Von der LG NORD war in diesem Lauf unser Neu-Mitglied Joycee Moewius mit 64,745 km die Beste - sie feierte auf dieser Strecke ihre Premiere und hat angedeutet, dass noch viel von ihr zu erwarten ist. Aber auch Bernd Kalinowski, Anke Schülke, Sascha Pantel, Grit Seidel und Andrea Neß aus unserem Verein schlugen sich auf dieser Strecke hervorragend. Ullika Schulz musste das Rennen leider nach der Hälfte abbrechen. Und ganz besonders froh war ich, Natalia Gamm-Fuchs wieder auf der Laufstrecke zu sehen. Nach ein paar Jahren "Babypause" war es ihr erster größerer Wettkampf wieder und sie hat die 51,6 km wieder mit Begeisterung zurückgelegt.

Beim 100-km-Rennen gab es lange Zeit - für ca. Kilometer 54 - ein harmonisches Führungsgespann mit dem Aachener André Collet (aktueller Deutscher Meister über diese Disziplin) und Frank Merrbach von der LG NORD. Frank musste dann leider leicht abreißen lassen - hat aber in der zweiten Hälfte unglaubliche Kämpferqualitäten bewiesen. Am Ende siegte André in 7:13:14 h und Frank kam 26 Minuten später als zweiter ins Ziel. Bei den Frauen siegte souverän Katja Hinze-Thüs, die sich in einem dramatischen Finish mit 8:29:14 h um wenige Sekunden noch die P-Norm für den Nationalkader im 100-km-Lauf sicherte und vor Freude darüber vollkommen überwältigt war.

Genau zur Hälfte des 24ers stiegen nachts um zehn die 12-h-Läufer in das Rennen ein. Es war mit elf Startern das kleinste Feld - aber für die Starter eben eine gute Gelegenheit die "harte Zeit" in der Nacht bei langen Läufen zu trainieren. Es siegte Ralf Gundermann von der LG Ultralauf mit 126,247 Kilometern und Dorothee Serries von der LG Mauerweg, die mit 99,151 km die 100-km-Marke nur knapp verpasst hat. Von der LG NORD war Micha Brandt am Start - der Berufsmusiker lief in der Nacht zwischen zwei Auftritten am Samstag und Sonntag eben mal so knappe 88 km.

Die alles überragende Königsdisziplin blieb - trotz der phantastischen Ergebnisse im 6-h und 100-km-Lauf - aber der 24-h-Lauf. Bei nicht einfachen Bedingungen auf der Strecke (es gab viel Wind zwischendurch und der kleine Anstieg wird nach etlichen Runden schier zum Berg) waren es gerade die Frauen, die beeindruckende Leistungen erbracht haben - aber die Männer standen ihnen wirklich nur wenig nach! So kam die beste Leistung im gesamten Starterfeld von Diana Dzaviza mit 228,962 Kilometern. Das bedeutet nicht nur den Tagessieg sondern war zugleich für die Lettin auch die Überbietung des lettischen Rekords im 24-h-Lauf um gute 5 Kilometer.
Nur wenige Meter dahinter kam Stu Thoms vom LG NORD Ultrateam mit 228,209 km als Sieger der Männer ins Ziel. Sein Sieg schien lange klar, aber gerade in den letzten 2 Stunden kam der Zweitplatzierte Martin Armenat aus Thüringen noch mal sehr stark auf. Am Ende trennten die beiden weniger als 400 Meter - und Stu hat mal wieder gezeigt, wie gut er einen 24-h-Lauf kontrollieren kann.
Aber auch bei den Frauen gab es einen ganz starken zweiten Platz: Luise Wuttke lief 218,224 km und damit ebenfalls Nationalkadernorm. Und das - ganz nebenbei - bei ihrem allerersten 24-h-Lauf überhaupt!
Und auch die beiden dritten Plätze bei Frauen und Männern haben die magische Marke von 200 km im 24-h-Lauf geknackt: Sarah Sawyer aus England (die tatsächlich von Tom Sawyer begleitet wurde) lief 208,645 km und Peter Flock aus Thüringen lief mit sensationellen letzten Runden noch auf 201,433 km.
Jeweils 3 Läuferinnen und Läufer über 200 km - bei 64 Startern auf der Strecke insgesamt - sind schon sehr beeindruckend. Zu diesen sechs kommen noch mal 17 Läufer, welche 100 Meilen (161 km) in den 24-h geschafft haben - womit mehr als ein Drittel des Feldes diese Leistung vollbracht hat.

Aber das war noch längst nicht alles: Neben dem lettischen Landesrekord udn vielen persönlichen Bestleistungen bot die Veranstaltung auch in den Altersklassen M80 und W80 zwei Rekorde. Werner Stöcker verbesserte seinen eigenen deutschen Altersklassenrekord um 10 Kilometer auf 144 km. Und Sigrid Eichner überbot bei den Frauen sogar den Weltrekord in ihrer Altersklasse und ist mit 105,532 km um deutliche 13 km vor der alten Rekordhalterin geblieben.

Zu guter Letzt sei noch aufgeführt, dass beim 24er von der LG NORD nicht nur Stu antrat, sondern auch Michael Vanicek (163,970 km - nach langer Verletzungspause und hocherfreut), Familie Stutzke (Jörg mit 137,880 km und Silke mit 133,528 km), Benjamin Brade (der leider mit gesundheitlichen Problemen und 48 geschafften Kilometern abbrechen musste) mit dabei waren.

Und so schließt sich der Kreis: Denn obwohl es offiziell eine Veranstaltung der DUV war, waren doch extrem viele Läufer und Helfer von der LG NORD mit dabei und es war wieder ein tolles Gefühl, Teil einer solchen Veranstaltung mit einem sensationellen Team zu sein.